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19.12.2012

Gute Arbeit braucht gute Löhne – für alle Beschäftigten!

Mit 3.482 Euro verdienen Bremer Vollzeitbeschäftigte laut einer Statistik der Arbeitnehmerkammer Bremen rund 100 Euro mehr als der Durchschnitt der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Die Berechnung offenbart aber auch große Einkommensunterschiede, sowohl zwischen einzelnen Branchen als auch zwischen Männern und Frauen. Dazu erklärt Sarah Ryglewski, stellvertretende SPD-Landesvorsitzende und Mitglied der Bremischen Bürgerschaft:

„Es spricht für die Leistungsfähigkeit der bremischen Wirtschaft, wenn die durchschnittlichen Löhne der Beschäftigten in Bremen über dem bundesweiten Mittelwert liegen. Diese grundsätzlich positive Tatsache darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen enorm sind. So werden im Bereich der Finanzdienstleistungen Bruttolöhne von deutlich über 4.000 Euro gezahlt, während Angestellte im Gastgewerbe nur auf rund 1.900 Euro kommen. Besonders erschreckend ist auch, dass der Anteil von Menschen, die für Niedriglöhne arbeiten seit dem Jahr 2000 deutlich auf knapp 22 Prozent gestiegen ist. Diese Menschen können, trotz Vollzeitarbeit, ohne ergänzende Sozialleistung keine Familie ernähren. Mit dem Landesmindestlohn- und dem Vergabegesetz hat Bremen wichtige Maßnahmen ergriffen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Eine flächendeckende Wirkung kann aber nur mit einem bundesweiten gesetzlichen Mindestlohn, der stärkeren Regulierung von Mini-Jobs, Leih- und Zeitarbeit sowie einer Erleichterung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen erreicht werden. Mit diesen Kernforderungen werden wir als SPD in die Bundestagswahl im nächsten Jahr gehen.
Auch die großen Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern bleiben in Bremen ein Thema: Mehr als 20 Prozent liegt das durchschnittliche Einkommen von Frauen unter dem von Männern. Damit ist der Abstand in Bremen deutlich höher als im Bundesdurchschnitt, wo er knapp 18 Prozent beträgt. Deutschland und insbesondere Bremen nehmen damit eine traurige europäische Spitzenposition ein. Insbesondere die niedrigen Löhne in den Berufsfeldern Pflege und Erziehung, in denen viele Frauen arbeiten, tragen zur Verfestigung des Einkommensabstandes zwischen Frauen und Männern bei. Es ist höchste Zeit, die hochwertige und anspruchsvolle Arbeit in diesen Bereichen endlich besser zu entlohnen.
Darüber hinaus sind zur Erkennung und Beseitigung geschlechtsspezifischer Unterscheide bei der Entlohnung Verfahren erforderlich, mit denen entsprechende Unterschiede bei der Bezahlung innerhalb eines Unternehmens objektiv nachvollzogen werden können. Der Grundsatz ‚Guter Lohn für gute Arbeit‘ muss für alle gelten.“