"SPD funktioniert von unten nach oben"

- Sigmar Gabriel, Kandidat für den SPD-Parteivorsitz, der SPD-Landesvorsitzende Uwe Beckmeyer und Andrea Nahles, Kandidatin für das Amt der SPD-Generalsekretärin, auf der Landesparteikonferenz der SPD in Bremen. Foto: Focke Strangmann
Sigmar Gabriel und Andrea Nahles auf der Landesparteikonferenz der SPD in Bremen
Auf ihrer Tour durch die SPD-Bezirke machten Sigmar Gabriel und Andrea Nahles am 31. Oktober in Bremen Station. Der vom Parteivorstand für das Amt des Parteivorsitzenden nominierte Kandidat und die Kandidatin für das Amt der Generalsekretärin kamen, um zuzuhören und sich der Diskussion mit der Parteibasis über den zukünftigen Kurs der SPD zu stellen. Über 200 Bremer und Bremerhavener Genossinnen und Genossen erlebten im World-Trade-Center eine offene und sehr engagiert geführte Aussprache.
Die Rente mit 67 und die Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010, aber auch die sich durch de häufigen Wechsel an der Parteispitze manifestierende Unruhe in der Partei standen im Zentrum der Kritik. „Ich kenne keine Krankenschwester, die mit 67 noch einen Patienten heben kann“, sagte Sigmar Gabriel. Er warb aber auch für einen differenzierten Umgang mit den zurückliegenden elf Jahren SPD-Regierungsbeteiligung: „Jetzt auf einmal alles schlecht zu reden, verschafft uns auch keine Glaubwürdigkeit und wäre auch falsch“. Andrea Nahles kündigte an, dass die neue Parteiführung, die auf dem Bundesparteitag in Dresden Mitte November zur Wahl steht, gemeinsam mit der Parteibasis eine intensive Auswertung der Politik der SPD in den letzten Jahren vornehmen will, um den Weg einer künftigen Neuausrichtung zu bestimmen. Dabei sollen in einem gemeinsamen Prozess auch zentrale Fragen der organisatorischen Aufstellung der Partei diskutiert werden, um die Kampagnenfähigkeit der SPD wieder herzustellen. Sigmar Gabrierl lobte ganz ausdrücklich, wie die Bremer SPD den Prozess der inhaltlichen Erneuerung und der organisatorischen Modernisierung aufgenommen hat. Er könne natürlich keine Blaupause für die Bundespartei sein, eine Reihe von Punkten wolle er aber „einfach abschreiben“.

